gassi

Gassi-Gesetz ?

Das Gassi Gesetz

Es ist Sommer – unverkennbar. Und unsere Landwirtschaftsministerin will endlich auch noch mal in den medialen Sonnenschein. Deshalb jetzt also ein Gassi-Gesetz.

Die privaten Hundehalter sind bald verpflichtet, ihren Hund zweimal täglich für mindestens eine Stunde auszuführen. Selbstverständlich mit Hundekotbeutel. Im Kern gut gemeint, aber so etwas ist einer Regelung absolut nicht würdig.

Dabei wäre – wie so oft – vollkommen unklar, wer denn solch eine Vorschrift kontrollieren würde. Sucht sie nach neue Aufgaben für die Mitarbeiter aus den Gesundheitsämtern, sobald die Corona Krise endlich mal vorbei ist?

Gesetze oder Vorschriften ohne Kontrolle sind auf jeden Fall wertlos.

Das dringendste ist nun, für einen Hund zu sammeln, den die Ministerin ausführen darf. Dann ist sie beschäftigt und kommt vielleicht mal auf bessere und insbesondere wichtigere Ideen. Selbst wenn sie sich nur auf die Schweinemast konzentrieren würde, wären mehr als genug Stichwörter für unterwegs da z. B

  • Massentierhaltung: der größte „Mega-Schweinemastbetrieb“ Deutschlands soll bald 85.000 Schweine beherbergen [ARD brisant].
  • Ebenso ungelöst ist das riesige Gülle-Problemen solcher Megaställe
  • oder auch die (meist vorsorgliche) Verwendung von Antibiotika, teilweise sogar mit „Reserveantibiotika“ [BUND]
  • Kastration von männlichen Ferkel ohne Betäubung: zulässig binnen der ersten 7 Tage, betrifft geschätzt 20 Mio. Tiere pro Jahr. Obwohl sich in den letzten Jahren 87% der Landwirte aus diesem Geschäft zurückgezogen haben, sind 12% mehr Ferkel auf dem Markt – hochkonzentrierte Massen(klein-)Tierhaltung also.
  • Schlachthöfe: hier muss an die Hygiene-Vorschriften herangegangen werden. Wie bereits gesagt: Gesetze, die nicht kontrolliert werden, taugen nichts.

Wenn Sie tatsächlich etwas für mehr Tierwohl tun wollen, fördern Sie doch mehr die kleinen und mittleren Bauernhöfe in Familienhand: hier sind die Tiere nicht bloß „Nummern“.

Zurück zum Hund, des Deutschen zweitliebstes Haustier. Sicher gibt es auch hier mehr als genug schlechte Hundeeltern, die Tierheime sind voll mit Beispielen. Bei rund 6 Mio. Hunden deutschlandweit sind eben auch „schwarze Schafe“ unter den Hundehaltern. Für die reichen die vorhandenen Gesetze aus, wenn man sie denn anwendet. Nun aber alle zu schwarzen Schafen zu erklären, geht deutlich zu weit.

Sehr geehrte Frau Ministerin: der Schuss ist kräftig nach hinten losgegangen. Die meisten Zeitungsartikel erwähnen nicht einmal Ihren Namen – wie peinlich ist das denn?

Holger Krah

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.