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Brötchen vom Bachelor professional

5.12.2019

Brötchen vom „Bachelor Professional“

So lautet die Überschrift im Internet auf Tagesschau.de am 29.11.2019.

Leider hat der Bundesrat den Plan von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) am letzten Freitag 29.11.2019 gebilligt. Danach können Handwerksmeister für ihre Ausbildung einen neuen Titel tragen:
Ab Januar 2020 gibt es für Fortbildungen im beruflichen Bereich die Abschlussbezeichnungen „Bachelor Professional“ und „Master Professional“.

Frau Karliczek will mit dem neuen Namen die Berufsbildung stärken. Davor hatte es massiven Widerstand vor allem aus dem Hochschulbereich gegeben.

(Süddeutsche Zeitung vom 29.11.2019)

Frau Ministerin Karliczek, wir fragen Sie: Sind Sie eine Gleichmacherin?
Sie zerstören den Wertbegriff des Universitätsabschlusses eines Masters und Bachelors und den Qualitätsanspruch des Wertbegriffs „Meister“ und vermanschen beides mit dem fragwürdigen Zusatz „Professional“.

Schon vor fast 20 Jahren zerstörte und vernichtete die damalige CDU-geführte Bundesregierung den internationalen Wertbegriff eines Dipl. Ing. und eines Dipl. Kfms und Dipl. Betriebswirts. Aus dem fadenscheinigen Grund der „internationalen Angleichung“.

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Frau Ministerin, Ihr Argument „ jeder, der heute noch Zweifel an der Richtigkeit der heutigen Novelle hat, hat auch Zweifel, dass eine Meisterausbildung wirklich dem Bachelor gleichwertig ist“ zeigt, wie weltfremd Sie argumentieren.
Ein akademischer Abschluss hat andere Qualitäten als ein Meisterabschluss in einem Handwerksberuf. Bei einem herrscht die theoretische Ausbildung vor, beim anderen liegt der Schwerpunkt in der Praxis.

Und hier versagt die Bundesregierung wieder einmal total.
Alles wird mit Unterstützung des DIHT und dem deutschen Handwerk in einen Topf geworfen und zu einem Einheitsbrei vermanscht, bei dem niemand mehr weiß, welche Qualität ein Berufsabschluss überhaupt noch hat.
Fehlt am Schluss nur noch, dass ein DRK-Rettungshelfer den Abschluss Dr. prax. machen darf.
Oder… ein Fahrschüler nach bestandener Fahrprüfung sich „Bachelor Auto“ nennen darf.

Gute Nacht Deutschland!