Spritze, Arzt
„ Ärzte Backen“

02.07.2019

„Wir können Ärzte nicht backen“.

So lautet die Aussage vom Leiter der Stabstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Baden-Württemberg, Kai Sommer,  in einem Pressebericht des Schwarzwälder Boten vom 25. Juni 2019.
Grund für den Bericht und die Stellungnahme der KVBW war die Forderung einer Regress-Zahlung an einen Rottweil Arzt, der nach altershalber Schließung von 2 Arztpraxen Patienten aufgenommen und behandelt hat. Und hat „zeitlich auffällige Tage mit mehr als 14 Stunden pro Tag Patienten behandelt.

Seit mehreren Jahren ist der Ärztemangel gerade auf dem Land bekannt und ein immer aktuelleres Thema. Nur kümmert sich im Gesundsheitswesen keiner drum.

Alle, angefangen bei den Ärztlichen Vereinigungen wie Marburger Bund, der deutschen Ärztevereinigung, den KV´s in Deutschland Und den Krankenkassen, schauen nur auf ihre eigenen Pfründe.

Rottweil mit der KVBW lässt grüßen.

Und da ist es wenig hilfreich, wenn Gesundheitsminister Spahn die Beratungszeiten der Ärzte lautstark um ein paar Stunden erweitert.

Was sind die Ursachen und was ist zu tun?

  1. Die etablierten Parteien wie CDU, SPD, FDP, Grüne, Linke bis hin zur AfD tun … NICHTS!
  2. Seit der letzten großen Gesundheitsreform in 2009 wurden die Einkommen der praktizierenden Ärzte brutal heruntergefahren.

Eine Landarztpraxis lohnt sich nicht mehr.
Ein Facharzt verdient  im Jahr bei weitem mehr als ein praktischer Arzt.

Deshalb wollen die jungen Ärzte nur noch in ein sicheres Angestelltenverhältnis. Das Freizeitverhalten hat sich auch geändert.

Die Bundesregierung macht Null dagegen. Sie hält sich seit den 90-er Jahren heraus und versteckt sich mit Hinweis auf den Sicherstellungsauftrag der Ärztlichen Vereinigungen.

Im Gegenteil, die Milliardenüberschüsse der gesetzlichen Krankenkassen werden zweckentfremdet verschleudert.

  • Eine unfähige Rolle spielen die kassenärztlichen Vereinigungen, die nach einem Verteilerschlüssel bestimmen, wer wo welche Arztpraxis aufmachen darf. Das Procedere  arbeitet mit undurchsichtigen Strukturen, und geht am Bedarf vorbei.

Und sie bestrafen Ärzte, die Patienten noch aufnehmen aufgrund von Praxisschließungen.

  • Und die Tendenzen gehen weiter. Die SPD will mit der Bürgerversicherung die privaten Krankenversicherungen abschaffen, die gerade für viele niedergelassenen Ärzte existenzsichernd sind.

Fragen Sie doch einmal die praktizierenden Ärzte, wie die darüber denken? Mit dieser sozialistischen Gleichmacherei verlieren die Ärzte eine wichtige Einnahmequelle, aus der sie ihre Praxis mitfinanzieren.

  • Die Bürokratie ist in Zehnerpotenz gestiegen. Ärzte beklagen, 30% (!) ihrer Zeit für Meldungen und Statistiken verwenden zu müssen.

Das ist ein großes Hemmnis für junge Leute.

Dagegen verordnet der Gesundheitsminister „Mindestarbeitszeiten“.

  • Die Haftungsrisiken und der Gesetzes- und Verordnungswust sind gigantisch geworden. Jeder Landarzt bewegt sich jeden Tag am Rande des Gefängnisses.
  • Und es geht weiter: Kliniken werden geschlossen, weil sie am Pflegepersonal sparen müssen, bzw. defizitär arbeiten.
  • Das gleiche gilt für Alters- und Pflegeheime.

Und trotzdem sind die Notaufnahmen der Kliniken überfüllt, weil jeder lieber dort hingeht, um seinen Schnupfen behandeln zu lassen, als zum praktischen Arzt, wo er durch den Ärztemangel lange Wartezeiten hat.

  • Die Ärzteschaft (Marburger Bund) lehnt eine Lockerung des Numerus Clausus für Studenten ab, die Hausarzt werden wollen.

Und wenn junge Leute Medizin studieren wollen, werden Steine in den Weg gelegt durch zu wenige Praktika- oder Studienplätzen an der Uni, bspw. in Mainz durch falsche Kapazitätsberechnungen der medizinischen Fakultät der dortigen Gutenberg-Universität.

  • Die AOK in Baden-Württemberg ist stolz darauf, das 1 millionste Mitglied des Hausarzttarifes zu gewinnen.

Und die Mitglieder, die dort nicht Mitglied sind? Zwei-Klassen-Gesellschaft?

  • Und es helfen keine Fördergelder, keine Ärztezentren, solange im Gesundheitsbereich die absolute Planwirtschaft und Zuteilungsmentalität herrscht. Das tötet jegliche Leistungsbereitschaft und Leistungswillen der jungen Ärzte.

Was fordern wir von den Freien Wählern Baden-Württemberg?

Wir orientieren uns an dem, was wirklich gebraucht wird.

  1. Lockerung des Numerus Clausus für Praktische Ärzte.
  2. Bessere Ausbildungsbedingungen wie mehr Praktikumsstellen sowie Studienplätze
  3. Bessere Verdienstmöglichkeiten der Haus- & Landärzte
  4. Reduzierung des Einflusses der Kassenärztlichen Vereinigungen und der rigide doktrinären Ärztekammern
  5. Steuerliche Vorteile für Landarztpraxen.

Die derzeitigen Verhältnisse sind untragbar, verursacht durch eine unfähige Regierung von CDU und SPD und der starken Lobby der Krankenkassen und kassenärztlichen Vereinigungen.

Das muss aufhören!