Fragen an die Kultusministerin

19.05.2021

IHRE HAUSAUFGABEN, FRAU MINISTERIN SCHOPPER!

Sehr geehrte Frau Ministerin,

zuerst einmal unseren Glückwunsch zu Ihrem neuen Amt.

Gemessen an dem Desaster, das Ihre Vorgängerin als Kultusministerin hinterlassen

hat, haben wir die Hoffnung, daß es nur noch besser werden kann.

Dazu haben wir mit Unterstützung eines erfahrenen Frontmannes als Konrektor einer Gesamtschule in Südbaden folgende Hausaufgaben für Sie erstellt, die dringend angegangen werden müssen:

  1. Beruhigung statt Aktionismus:
    1. Keine Strukturdebatte:
      1. Schluss mit der unsäglichen Forderung nach einer Rückkehr zu G9
      2. Schluss mit aktionistischen aber wenig zielführenden Aktionen wie unter der Vorgängerin (Abschaffung des LiS und dafür Schaffung von gleich zwei Institutionen (ZSL und IBBW))
    2. Konsolidierung: Ausbau und Weiterentwicklung der bereits bestehenden Schularten ohne ideologische ‚Scheuklappen‘
  2. Ausstattung mit den notwendigen personellen Ressourcen:
    1. Auf Grund der Möglichkeit von Lehrkräften (Männer und Frauen), jederzeit – auch kurzfristig – Elternzeit zu beantragen und genehmigt zu bekommen, ist jeder Jahresplan mit großen Unwägbarkeiten behaftet. Noch gar nicht berücksichtigt sind auch längere Fehlzeiten durch Krankheit.
    2. So gut wie keine der mir bekannten Schulen des Sek-I-Bereichs erhält zu Beginn des Schuljahres die laut Organisationserlass vorgesehenen 100% an Lehrerstunden. D.h. alle Schulen starten bereits mit Unterdeckung ins Schuljahr.
      -> Konkret bedeutet dies die klare Forderung: Jede Schule so mit Lehrerstunden auszustatten, dass sie zu Beginn des Schuljahres mind. 105% der notwendigen Ressourcen erhält.
    3. Unterstützung der Schulleitungen durch
      1. Direkt der Schulleitung unterstellte Verwaltungsfachkräfte
      2. IT-Fachkräfte, die das Schul- und Verwaltungsnetz administrieren
  3. Ausstattung mit notwendiger technischer Infrastruktur, die anwenderfreundlich ist und funktioniert (Vgl. Lernplattform ELLA, Moodle, ASV-BW…)
  4. Klare Ausrichtung am Qualitätsgedanken (von ernsthafter Ausrichtung an Qualität von Seiten des Dienstherren kann schon seit Langem nicht mehr die Rede sein angesichts des Mangels in vielen Bereichen)
  5. Ausstattung mit den notwendigen Sanktions- und Reaktionsmöglichkeiten. (Wenn die Eltern nicht mitziehen (können), ist jede Intervention sinnlos und wenn die Jugendämter in erster Linie ‚zurückhaltend‘ sind, dann wird es schwierig, Kinder u.a. zu Lern- und Leistungswillen zu erziehen (wie im Schulgesetz verankert).
  1. Deshalb auch: flächendeckender Ausbau des Ganztagesschulbetriebs quer über alle Schularten
    1. Schaffung der räumlichen und personellen Ressourcen
      1. Personelle Ressourcen: Professionalisierung, Ziel: Betreuung durch Erzieher*innen (und kein ungelerntes Personal)
      2. Verbreiterung der Professionen: Schulsozialarbeit, Krankenschwester, Ergotherapeuten.

Tun Sie endlich was!

Die Lehrer und die Schüler werden es Ihnen danken!